Im Jahr 2024 konnten wir als 5-Köpfige Familie noch relativ entspannt in die Ferien fahren – wir haben auch in den Sommerferien oft spontan noch etwas Erschwingliches gefunden. Doch der Urlaubs-Markt hat sich massiv verändert und das hat man vor allem beim Blick auf die Preisen gemerkt. Ob Mallorca, Kroatien oder die Niederlande, überall ziehen die Preise an. Und mit schulpflichtigen Kindern beleibt keine andere Wahl, als in den Ferien zu fahren.
Wie gehen wir damit um? Und wie schafft man es trotzdem, als Familie zu verreisen, ohne danach auf dem Zahnfleisch zu gehen?
Familienurlaub wird teurer
Was hat sich in den letzten Jahren verändert – ich habe mir mal ein paar Zahlen angesehen.
Internationale Flugtickets haben sich im ersten Halbjahr 2026 um 8,5 Prozent verteuert, Inlandsflüge sogar um 9,5 Prozent. Pauschalreisen, Hotels, Ferienwohnungen – alles zieht mit. In manchen Destinationen klettern die Preise sogar um bis zu 56 Prozent.
Ein Beispiel. Unser kleines Holzferienhaus in Polen am Meer kostete uns in den Herbstferien für eine 1 Woche 400€. In den Sommerferien danach wären 1300€ für 5 Tage fällig gewesen. Auch wenn natürlich der Ferien-Zeitraum ein anderer ist, lag der Preis mehr als 3x so hoch.
Last Minute war mal ein echter Geheimtipp und ich erinnere mich gerne an Geschichten von Bekannten, dass sie Restplatz-Flüge für 5€ ergattert haben oder meine Mutter, die am Flughafen mit gepackten Taschen stand und den Flug genommen hat, der Last-Minute noch besetzt werden musste. Das sind jedoch längst vergangene Zeiten und heutzutage nicht mehr denkbar. Und schon gar nicht mit mehreren Kindern im Gepäck. Das liegt daran, dass die Nachfrage einfach riesig geworden ist und die Anbieter keine echten Schnäppchen mehr rausgebe müssen.
Für Familien bedeutet das, dass der Urlaub zur Rechenaufgabe wird, wenn man nicht gut plant. Oder im schlimmsten Fall fährt man am Ende gar nicht in den Urlaub.
Wie wir es als Familie lösen
Wir hatten tatsächlich ein Jahr, wo wir nicht in den Urlaub gefahren sind. Es war zu der Zeit, wo alle Preise explodiert sind und unsere „junge, naive & spontane“ aber zuvor immer funktionierende Strategie einfach nicht mehr aufging. Kannst du dir vorstellen, wie tief frustriert und traurig ich war?! Denn ich liebe es meinen drei Kindern immer neue Orte & Länder zu zeigen.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht eine Lösung für unsere Familie gefunden hätte. Es ist so banal & einfach umzusetzen und trotzdem musste ich es erst lernen: Budgetieren.
Der Urlaub hat bei uns einen festen Platz im Budget bekommen – und zwar nicht erst im Frühjahr oder im Sommer kurz vor dem geplanten Urlaub, wenn die Buchungsplattformen schon voll sind.
Wir haben ein eigenes Unterkonto nur für Urlaub. Jeden Monat fließt dort ein fester Betrag drauf – automatisch, ohne dass wir daran denken müssen. So können wir den Urlaub entspannt buchen und haben dann auch im Urlaub selber genügend Taschengeld für schöne Aktivitäten.
Das bedeutet für uns – kein Kredit, kein schlechtes Gewissen, kein Stress, einfach ein freies Gefühl. Wir wissen schon im Januar, was wir uns leisten können – und buchen dann in Ruhe, früh genug, um noch gute Preise zu finden.
Klingt simpel? Ist es auch aber es macht einen riesigen Unterschied – nicht nur fürs Budget, sondern auch für den Kopf.
In unserem Familienbudget läuft der Urlaub über die 50-30-20-Regel – der Urlaub gehört in die 30%-Kategorie, also den Bereich für Wünsche und Freizeit. Wer das einmal strukturiert aufteilt, merkt schnell, dass der Urlaub planbar ist und dich nicht in finanzielle Panik versetzen muss.
Was hilft beim Sparen für die Urlaubsreise
- Früh buchen statt auf Last Minute warten – das ist die ehrlichste Empfehlung, die ich geben kann. Wer sechs bis neun Monate vorher bucht, findet deutlich bessere Preise als wer im Mai für den Juli sucht.
- Reiseziel bewusst wählen: Ein Mobilheim auf einem schönen Campingplatz, eine Ferienwohnung in Deutschland oder den Nachbarländern – das ist für Kinder oft genauso aufregend wie eine Fernreise. Und deutlich günstiger, wenn man alles zusammenrechnet.
- Randzeiten der Ferien nutzen: Die erste und letzte Ferienwoche ist oft günstiger als die Mitte. Wer flexibel ist, spart dort schon einiges.
- Ausflüge im Voraus planen und Tickets online kaufen – viele Attraktionen sind günstiger, wenn man nicht spontan an der Tageskasse zahlt.
- Und wer wirklich kreativ sparen möchte: Urlaub gegen Hand ist eine interessante Option. Wer etwas gut kann – handwerklich, gärtnerisch, mit Tieren – findet über entsprechende Gruppen Gastgeber, die Unterkunft gegen Mithilfe anbieten. Das ist kein Urlaub zweiter Klasse, sondern oft eine der bereichernden Erfahrungen, die man als Familie machen kann.
Das sind nur ein paar Beispiele – in einem eigenen Artikel teile ich 17 konkrete Spartipps für den Familienurlaub.

Nice to know💡 Staatliche Unterstützung für Familien im Urlaub
Viele Familien wissen nicht, dass es je nach Bundesland echte finanzielle Unterstützung für den Familienurlaub gibt – unabhängig davon, ob man Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht.
Die Zuschüsse laufen über Länder, Jugendämter, Wohlfahrtsverbände, Familienferienstätten oder besondere Programme. Unterstützt werden vor allem Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen.
Bayern zahlt beispielsweise bis zu 19,50 Euro pro Person und Tag, Brandenburg fördert mit 10 Euro pro Übernachtung und mitreisendem Familienmitglied.
Außerdem gibt es in vielen Bundesländern einen Familienpass mit Vergünstigungen für Ausflüge, Freizeitparks und mehr – oft unabhängig vom Einkommen. In Baden-Württemberg können Familien mit dem Landesfamilienpass über 140 Ausflugsziele kostenlos oder vergünstigt besuchen.
Wo du nachschauen kannst:
- Urlaubszuschüsse nach Bundesland
- Staatlich geförderte Familienerholung
- Euren Landesfamilienpass bei eurer Stadt oder Gemeinde anfragen
Wie kannst du es nun umsetzen?
Wenn euer Urlaub bisher irgendwie aus dem laufenden Budget bezahlt wurde und du es für den nächsten Urlaub anders machen willst, dann hilft dir am Anfang mein Familien-Finanzplaner das Urlaubsbudget als festen Bestandteil einzuplanen. Mit Finanzplan, Haushaltsbuch, Sparplan und dem 3-Schritte-System. Kostenlos zum Download.
Mit der richtigen Strategie, brauchst du nicht mehr Geld, sonders lernst mit deinen gegebenen Mitteln bewusst umzugehen.
Von Herzen, Sina





