Notgroschen für Familien: Wie viel Geld solltet ihr wirklich zurücklegen?

Die Waschmaschine streikt. Das Auto braucht neue Reifen. Oder noch schlimmer – ein Job fällt weg, eine Krankheit kommt dazwischen, und plötzlich steht man da und fragt sich „Wie bezahlen wir das jetzt?“

Genau für solche Momente ist der Notgroschen gedacht. Er ist nicht für den Urlaub und auch nicht für neue Möbel – sondern für das Leben, das manchmal einfach anders läuft als geplant. Besonders für Familien ist das kein Nice-to-have, sondern eine der wichtigsten finanziellen Grundlagen überhaupt.

Was ist ein Notgroschen – und wozu braucht ihr ihn als Familie?

Ein Notgroschen ist eine Geldreserve, die nur für echte Notfälle gedacht ist. Sie liegt nicht auf dem Girokonto, von dem täglich Abbuchungen laufen. Der Notgroschen liegt separat, wo er zwar schnell verfügbar ist aber außerhalb des Blickfeldes.

Für Familien ist das besonders wichtig, denn mit Kindern lassen sich laufende Kosten kaum kurzfristig senken. Die Miete wird abgebucht, die Kita & Hobbys müssen bezahlt werden und auch der Kühlschrank muss gefüllt werden. Egal was gerade noch passiert. Wer hier kein Polster hat, greift im Ernstfall zum Dispo oder zum Kredit und das macht die Situation noch schwieriger.

Wie viel Notgroschen braucht eine Familie wirklich?

Die klassische Faustregel lautet: drei bis sechs Nettomonatsausgaben. Für Familien mit Kindern gilt dabei eher die obere Grenze – also sechs Monate. Wer zusätzlich einen Immobilienkredit abbezahlt oder in einem unsicheren Arbeitsverhältnis ist, plant noch großzügiger.

💡 Beispiel: Was das konkret bedeutet

Familie mit 3.200 € monatlichen Ausgaben:

  • Unteres Ziel (3 Monate): 9.600 €
  • Oberes Ziel (6 Monate): 19.200 €

Das klingt erstmal viel? Aber: Niemand muss diese Summe auf einmal haben. Es geht darum, schrittweise dahin zu kommen – Monat für Monat ein bisschen mehr.

Wo soll das Geld liegen?

Der Notgroschen gehört nicht auf das Girokonto, denn dort ist er immer sichtbar und wird zu leicht ausgegeben. Er gehört auch nicht in ETFs oder Aktien, weil er dort im Ernstfall nicht sofort verfügbar ist.

Im Idealfall liegt das Geld auf einem Tagesgeldkonto oder einem Unterkonto mit Guthabenzins, so arbeitet es ein wenig während der Wartezeit. Und es ist getrennt von den täglichen Ausgaben.

Bei uns läuft der Notgroschen über ein Unterkonto, welches gleichzeitig als Tagesgeldkonto agiert. Den Prozess zum Auffüllen des Notgroschen haben wir zum Monatsanfang automatisiert und es kommen jeden Monat ein paar Zinsen hinzu. Die Trennung zum Girokonto hat bei uns den größten Unterschied gemacht, da wir früher bei jeder Kleinigkeit an den Notgroschen drangegangen sind.

So fangt ihr an – auch wenn gerade wenig übrig ist

Das ist die Frage, die viele Familien beschäftigt: Wie soll man einen Notgroschen aufbauen, wenn am Monatsende sowieso kaum etwas übrig bleibt?

Die Antwort: Klein anfangen. Wirklich klein.

Auch 50 Euro im Monat sind ein Anfang. Nach einem Jahr sind das 600 Euro – kein vollständiger Notgroschen, aber ein Puffer für die kaputte Waschmaschine oder den Reifenwechsel. Das ist mehr als nichts. Und es ist mehr als die meisten Familien ohne Plan zurücklegen.

Der Trick ist, den Betrag automatisch wegzulegen – am besten am ersten des Monats, direkt wenn das Gehalt kommt. Was man nicht sieht, gibt man nicht aus. Was auf einem separaten Konto liegt, wächst still und leise – und ist da, wenn man es braucht.

Notgroschen als Teil des Familienbudgets

Hier ist ein Gedanke, der vieles vereinfacht: Der Notgroschen ist kein separates Projekt neben dem Budget. Er ist ein fester Teil davon.

In der 50-30-20-Regel gehört er in die 20%-Kategorie – also den Bereich für Rücklagen und Zukunft. Wer sein Familienbudget nach diesem System aufteilt, plant den Notgroschen automatisch mit ein. Er bekommt seinen festen Platz, genau wie Lebensmittel und Miete.

Wer das mit einem Unterkontenmodell umsetzt, macht es noch konkreter: Ein eigenes Konto nur für den Notgroschen, das jeden Monat automatisch befüllt wird. Kein Nachdenken und kein Vergessen mehr, sondern einfach ein System, das für euch arbeitet.

Und sobald der Notgroschen aufgebaut ist, kann derselbe monatliche Betrag in den nächsten Schritt fließen – Rücklagen für größere Anschaffungen, Kinderdepot, langfristiger Vermögensaufbau. Wer im Kleinen anfängt, hat irgendwann mehr in der Hand als erwartet.

Wir haben als Familie selber ganz klein angefangen und dürfen heute mehr Geld verwalten als damals, obwohl das Einkommen nicht gestiegen ist. Ich kann dich nur dazu ermutigen es zu probieren. Mein kostenloses Workbook hilft dir bei den ersten Schritten in der Finanzplanung

Für mehr Finanzfrieden in den Familien,
Deine Sina

Über die Bloggerin

Geld war lange meine Schwachstelle. Schulden, Ratenzahlungen und ständiger Mangel begleiteten mich, bis mein Glaube mich zum Umdenken brachte. Ich lernte, Finanzen mit Verantwortung und Vertrauen anzugehen – und erlebte, wie Schulden verschwanden und Rücklagen wuchsen. Auf Mein Familienbudget teile ich diesen Weg, damit auch andere Familien finanziellen Frieden finden.

Sina, Mama³ & Christin, selbstständige Finanzbloggerin